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„Konsumenten wollen wissen, was am Teller landet”: Enormes Interesse an Herkunftskennzeichnung

APA defacto, 13. Mai 2019

NÖ Bauernbund sammelte 42.381 Unterschriften für die Kennzeichnung der Lebensmittelherkunft in Großküchen und Kantinen.

St.Pölten (OTS) - Die Herkunft von Lebensmitteln muss erkennbar sein. Das hat die Landwirtschaftskammer Österreich mit Unterstützung des NÖ Bauernbunds eingefordert und vergangenen September die Kampagne „Unser Essen: Gut zu wissen wo’s herkommt“ samt einer groß angelegten Unterschriftenaktion gestartet. Das Interesse der Konsumenten an der Aktion, die sich für mehr Transparenz bei Lebensmitteln sowohl im Supermarkt wie in der Gemeinschaftsverpflegung durch Großküchen einsetzt, ist gewaltig gewesen. Bis jetzt konnten allein in Niederösterreich 42.381 Unterschriften gesammelt werden, die klar beweisen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger eine Verbesserung der Herkunftskennzeichnung wünschen.

„Österreichs Bäuerinnen und Bauern gehören auf der Welt zu den besten ihrer Zunft und um ihre qualitativ hochwertigen Produkte auch für die Konsumenten sichtbar zu machen, ist es wichtig, die Herkunft so eindeutig und erkennbar wie möglich darzustellen“, sagt NÖ Bauernbundobmann LH-Stv. Stephan Pernkopf. Auch der Spitzenkandidat des NÖ Bauernbunds für die Europawahl, Alex Bernhuber, und die Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger unterstützen die Aktion.

Konsumenten wünschen sich Transparenz

An die 2,5 Millionen Mahlzeiten werden täglich außer Haus konsumiert. Vor allem in Gemeinschaftsküchen, wie etwa in Mensen, an Schulen, in Spitälern oder Kindergärten, wünschen sich die Kundinnen und Kunden immer mehr, über den Ursprung ihrer Mahlzeiten Bescheid zu wissen. Umfragen des ORF und von Marktforschungsunternehmen bestätigen, dass rund 80 Prozent der Befragten über die Herkunft ihrer Lebensmittel informiert sein wollen und eine entsprechende Kennzeichnung begrüßen würden.

Die Kampagne widmet sich einem langjährigen agrarpolitischen Anliegen der Bauernvertretung. „Für unsere kleinstrukturierte bäuerliche Landwirtschaft ist es eine Überlebensfrage, dass unsere heimischen Produkte von den Konsumenten in den Regalen oder in der Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen erkannt und gekauft werden. Das hilft den Bäuerinnen und Bauern, gleichzeitig leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz. Wir sind froh, dass wir die verpflichtende Herkunftskennzeichnung im Regierungsprogramm verankern konnten", unterstreicht EU-Kandidat Bernhuber. Mit dem AMA-Gütesiegel sei in den vergangenen Jahren eine hervorragende Basis geschaffen worden, auf der man weiter aufbauen wolle.

Für Wirte weiterhin freiwillig

Für Wirte soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Sie können auch weiterhin freiwillig die Herkunft anführen. Dazu gibt es auch jetzt schon in Österreich über 1.300 Gasthäuser und Restaurants mit dem AMA-Gastrosiegel.

Niederösterreich hat in der Kennzeichnung verarbeiteter Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung eine Vorreiterrolle übernommen, ergänzt LH-Stv. Pernkopf. Seit mehr als einem Jahr wird in den Großküchen des Landes NÖ – in Landeskliniken, Landespflegeheimen und vielen weiteren Großküchen – die regionale Herkunft von Fleisch und Eiern sichtbar gemacht. Auch in den nächsten Wochen kann die Initiative weiter online unter www.gutzuwissen.co.at unterstützt werden.

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Die Gut zu Wissen-Lupe fährt Bahn: Transparenter Genuss auf Schiene

Josef Donhauser und seine mittlerweile rund 1.200 Mitarbeiter unterstützen als Österreichs größtes privat geführtes Cateringunternehmen seit März 2015 die „Gut-zu-wissen“-Initiative der Landwirtschaftskammer Österreich, weshalb die Herkunft von Fleisch und Eiern nach Schweizer Vorbild deklariert wird. Konkret werden Fleisch und Eier - wie von der Landwirtschaftskammer Österreich empfohlen - mit einer Gut zu Wissen-Lupe gekennzeichnet. Generell entspricht es der Einkaufspolitik der gesamten DoN-Gruppe - soweit wie nur irgend möglich - auf regionale und saisonale Produkte aus Österreich zu setzen.

Seit April fährt die Lupe in allen ÖBB Fernverkehrszügen mit

DoN hat mit Anfang April 2018 die Bewirtschaftung aller rund 100 ÖBB-Fernverkehrszüge übernommen. Jährlich servieren die Boardservice-Mitarbeiter rund 1,3 Millionen Portionen Essen, vom Sandwich über das Frühstück bis zur warmen Hauptspeise. Für die Servicierung der ÖBB-Fahrgäste wurde das Konzept „Easy Austrian Dining“ mit dem Versprechen „frisch & günstig“ sowie „schnell & smart“ im Service entwickelt. DoN setzt dabei gemäß den Wünschen von rund 4.000 befragten ÖBB-Fahrgästen auf eine saisonale Menükarte, die vierteljährlich wechselt. Das hochwertige, aber dennoch leistbare Angebot aus kalten Snacks und warmen österreichischen Schmankerln enthält auch ein vegetarisches und veganes Speisenangebot.

„Selbstverständlich setzen wir auch im Zugcatering auf volle Transparenz und kennzeichnen die Herkunft von Fleisch und Eiern. Wir haben in unseren Mitarbeiterrestaurants dabei beste Erfahrungen gemacht, denn die Gäste schätzen die ehrliche Kennzeichnung sehr. Man könnte auch sagen, dass die Lupe sehr viel zur Zufriedenheit unserer Gäste beiträgt. Logisch, dass wir sie nun auch in unserer ÖBB-Menükarte einsetzen“, erzählt DoN-Eigentümer Josef Donhauser. 

 

Gut zu Wissen-Lupe fährt Bahn

10 Jahre "Wir tragen Niederösterreich"

Mittwoch, 10. Jänner 2018 - 10 Jahre ist es mittlerweile her, dass die Initiative „Wir tragen Niederösterreich“ ins Leben gerufen wurde. Seit dem schafft sie immer wieder wertvolle Verbindungen zwischen Tracht, Bräuchen, Handwerk und Kulinarik. Die Förderung von regionalen Kulturvermittlungsangeboten und die Vertiefung des Vertrauens der Menschen in die regionale Landwirtschaft, Wirtschaft und Kultur war  und ist den Verantwortlichen stets ein wichtiges Anliegen. So wird bei künftigen Veranstaltungen im Rahmen der Initiative „Wir tragen Niederösterreich“ vor allem der Herkunft ein bedeutsamer Platz eingeräumt. Bei Lebensmitteln, Produkten und Werkstücken soll die niederösterreichische Herkunft noch besser erkennbar gemacht werden, um die herausragenden Qualitäten niederösterreichischer Produkte auf den ersten Blick sichtbar zu machen.

Download: Wir tragen Niederösterreich (PDF 320 KB)

Klare Kennzeichnung nützt Konsumenten und Bauern

Hermann Schultes im GesprächLaut einer Studie des GfK-Instituts wollen rund 70% aller Befragten eine Herkunftsbezeichnung in Kantinen & Co.

Im Handel gibt es bereits EU-weit verpflichtende Herkunftsangaben für Wein, Honig, Obst und Gemüse, Frischfleisch, Fisch, Eier und Bio. Transparenz macht die Entscheidung leicht. In der Gemeinschaftsverpflegung, also in Schulen, Kantinen, Krankenhäusern oder Seniorenheimen, ist jedoch oft nicht klar, woher beispielsweise Fleisch oder Eier stammen, die serviert werden. Die Bundesregierung hat daher für diese beiden Bereiche im Regierungsprogramm eine Kennzeichnungspflicht vorgesehen. Diese gilt es nun rasch umzusetzen.

"Der Wunsch nach mehr Transparenz bedeutet, dass Gäste oder Kunden die Chance erhalten, beim Kauf ganz bewusst zu wählen. Dazu ist es aber notwendig, diese Wahl zu ermöglichen. Unbedingte Voraussetzung dafür ist eine klare Kennzeichnung“, erklärte Schultes.

Als Beispiel für die Herkunftskennzeichnung könne die „Gut zu wissen“-Initiative der LK Österreich dienen, an der österreichweit zahlreiche Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung freiwillig teilnehmen.

Download: Presseaussendung Transparenz (PDF 40 KB)

Bilder zur Veranstaltung LK-Klartext kompakt finden Sie in der Bildergallerie

Video: “Österreicher wollen wissen, was am Teller landet”: LK fordert Kennzeichnung in Gemeinschaftsküchen

 

Mit Wissenschaft Lebensmittel-Herkunft nachweisbar machen

„Die Besten am Markt werden gerne billig kopiert, das sieht man Jahr für Jahr an Tonnen von gefälschten Uhren, Taschen, T-Shirts, Handys oder Medikamenten, die publikumswirksam zerstört werden. Wir wissen, dass unsere Landwirtschaft in der Oberliga spielt, was Lebensmittelqualität angeht. Wir brauchen und wollen keine Nachahmer, die mit unserem guten Namen, aber minderer Qualität ihre Geschäfte machen. Daher arbeiten wir auch eng mit der Wissenschaft zusammen, um Herkunft beweisbar zu machen. Die neuen Methoden, wie Isotopenanalyse und Foodprofiling, sind dabei geeignete Instrumente, die Lebensmittel-Herkunft wissenschaftlich abzusichern. Wir verlangen aus diesem Grund einen weiteren Ausbau von Forschung und praktischer Anwendung“, forderte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes im Rahmen der Klartext-kompakt-Veranstaltung „Herkunft absichern“ am 30.10.2017.

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Klartext kompakt

Bild: Univ.Prof. Dr. Thomas Prohaska, BOKU, Dr. Franz Siegfried Wagner, Institut Dr. Wagner Lebensmittelanalytik, Martin Greßl, AMA Marketing, Hermann Schultes, Präsident LK Österreich, Elfriede Schaffer, LK NÖ und Christian Jochum, LK Österreich. © APA_Martin Hörmandinger

Nur Transparenz schafft Sicherheit

Hermann SchultesDer Fipronil-Skandal bei belgischen und deutschen Eiern bestätigt unsere Forderung nach Herkunfts­kennzeichnung bei Fleisch und Eiern in der Außer-Haus-Verpflegung. Das ist nämlich nicht nur ein Wunsch der Konsumenten, wie eine ORF-Umfrage zeigt, es gilt auch, die Ehrlichen vor den Täuschern und Trittbrettfahrern zu schützen.

Die überwiegende Mehrheit der Landwirte und Gastronomen, die anständig und ehrlich arbeitet, muss vor jenen geschützt werden, die schwindeln und als Trittbrett­fahrer ausschließlich von der ehrlichen Leistung und dem guten Image der anderen profitieren.

Daher ist es an der Zeit, unsere Rückverfolgbarkeitssysteme auf Herz und Nieren zu durch­leuchten, ob sie imstande sind, derartigen unseriösen Praktiken einen wirksamen Riegel vorzuschieben. Wir müssen nämlich die Trittbrettfahrer abschütteln. Eine Herkunfts­kennzeichnung, wie sie die LK Österreich mit „Gut zu wissen“ vorschlägt, macht das möglich.

Hermann Schultes
ehemaliger Präsident LK Österreich